Additive Fertigung für die Medizintechnik: Schlüsselkomponenten für neue HNO-Instrumente

Das neu entwickelte Jet-Endoskop wird über den Mund in die Atemwege eingeführt. Es ermöglicht gleichzeitig den Zugang zum Operationsgebiet und die Beatmung des Patienten. (Foto: Carl Reiner)
Das neu entwickelte Jet-Endoskop wird über den Mund in die Atemwege eingeführt. Es ermöglicht gleichzeitig den Zugang zum Operationsgebiet und die Beatmung des Patienten. (Foto: Carl Reiner)
Das Videolaryngoskop erleichtert Ärzten die sichere Intubation. Mithilfe einer integrierten Kamera wird der Kehlkopf sichtbar. Zentrale Komponenten entstehen im 3D-Metalldruck.
Das Videolaryngoskop erleichtert Ärzten die sichere Intubation. Mithilfe einer integrierten Kamera wird der Kehlkopf sichtbar. Zentrale Komponenten entstehen im 3D-Metalldruck.

Gemeinsam mit dem Medizintechnikunternehmen Carl Reiner fertigt M&H zentrale Komponenten einer neuen Generation von HNO-Instrumenten. Die additiv gefertigten Bauteile entstehen am Standort Ilz im 3D-Metalldruck und schaffen die Voraussetzung für eine größere Variantenvielfalt, kürzere Entwicklungszeiten und die wirtschaftliche Produktion kleiner Stückzahlen.

Medizinische Instrumente müssen höchste Anforderungen an Präzision, Funktionalität und Qualität erfüllen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an unterschiedlichen Größen und Ausführungen, um anatomische Unterschiede besser berücksichtigen zu können.

Konventionelle Fertigungsverfahren stoßen dabei insbesondere bei kleinen Serien oder zusätzlichen Varianten rasch an wirtschaftliche Grenzen. Der metallische 3D-Druck eröffnet neue Möglichkeiten: Bauteile können ohne werkzeuggebundene Fertigung hergestellt und innerhalb kurzer Zeit an neue Anforderungen angepasst werden.

Schlüsselkomponenten aus Ilz

M&H fertigt für das Projekt die zentralen Rohrkomponenten der neuen Jet-Endoskope. Sie bilden das funktionale Herzstück der Instrumente und integrieren mechanische sowie strömungstechnische Funktionen in einem einzigen Bauteil. Darüber hinaus werden Komponenten eines Bronchoskops additiv hergestellt.

Durch den 3D-Metalldruck lassen sich komplexe Innengeometrien und integrierte Kanäle realisieren, die mit konventionellen Fertigungsverfahren nur eingeschränkt oder gar nicht umsetzbar wären. Gleichzeitig reduziert die additive Fertigung den Montageaufwand, da mehrere Funktionen direkt im Bauteil zusammengeführt werden können.

Mehr Flexibilität in Entwicklung und Produktion

Ein wesentlicher Vorteil der additiven Fertigung liegt in ihrer Flexibilität. Neue Varianten oder zusätzliche Größen können ohne neue Werkzeuge innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden. Dadurch lassen sich auch kleine Serien wirtschaftlich produzieren und Entwicklungsprozesse deutlich beschleunigen.

Als Werkstoff kommt Titan zum Einsatz. Das Material kombiniert hohe Festigkeit mit geringem Gewicht sowie hervorragender Biokompatibilität und eignet sich daher besonders für anspruchsvolle Anwendungen in der Medizintechnik.

Additive Fertigung als Wachstumstreiber

Die Medizintechnik zählt zu den strategischen Wachstumsfeldern von M&H. In den vergangenen Jahren wurde gezielt in neue Anwendungen, Entwicklungsprojekte und additive Fertigungstechnologien investiert. Viele dieser Projekte befinden sich inzwischen in der Serienfertigung oder kurz davor.

Die Zusammenarbeit mit Carl Reiner zeigt beispielhaft, wie sich durch den Einsatz additiver Fertigung innovative Produktkonzepte wirtschaftlich realisieren lassen – von der Entwicklung über den Prototypen bis zur Serienproduktion.

 
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